Geologie vertieft

Fortsetzung - Geologie des Weser-Leine-Berglandes:

Daran ist, wie so häufig, wenn es um die Reliefentwicklung in Nord- und Mitteldeutschland geht, die Kollision zwischen afrikanischer und eurasischer Kontinentalplatte schuld. Diese führte auch vor ca. 100 Millionen Jahren zum Beginn der Hebung der Alpen und dauert heute immer noch an. Durch den Druck wurde die Erdkruste im Kollisionsbereich (Alpen), aber auch noch weiter nördlich davon (z.B. Weser-Leine-Bergland), gefaltet. Man kann sich das vorstellen, als ob man mit zwei Händen ein Tischtuch zusammenschiebt. Dabei werden die Faltenkämme weit über ihr ursprüngliches Niveau angehoben, was dann zur Entstehung von Höhenzügen in der Landschaft führt.

Nun finden geologische Prozesse aber nicht immer in derselben Geschwindigkeit statt. Während längerer Ruhephasen kommt es gerade an den am weitesten herausgehobenen Punkten, je nach klimatischen Bedingungen, zu starker Erosion. Genau das ist auch im Weser-Leine-Bergland der Fall. Als Afrika vor ein paar Millionen Jahren auf Europa "draufgerasselt" ist, wurden die Gesteinsschichten gefaltet und herausgehoben.

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Wind & Wetter begannen sofort mit der Abtragung der Schichten. Die Schichten lagen nun aber nicht ungestört aufeinander, sondern waren unterschiedlich gekippt. Dadurch ergibt sich heute eine, auch an der Geländeoberfläche des Weser-Leine-Berglandes gut nachvollziehbare, für die Erosion von Falten typische geologische Struktur

Abbildung rechtsGefaltete Schichten im Weser-Leine-Bergland vor einsetzen der Erosion

Das Zentrum des Weser-Leine-Berglandes bildet der Hils-Gebirgszug. Die dort anstehende Gesteinsschicht ist ein relativ fester, verwitterungsresistenter Sandstein. Von dort bis zu den Kalksteinkämmen des Ith, Thüster Bergs und Selters findet man oft abgesenkte Bereiche, in denen die meisten Ortschaften wie z.B. Eschershausen und Alfeld liegen.  Die Schichten der Hils-Mulde werden zum Muldenkern hin jünger: Die äußere Ith-Kalksteinserie gehört in den Jura, der Hils-Sandstein in die Unterkreide.

Den Verlauf der Schichten und der Falte kann man übrigens sehr schön nachvollziehen, wenn man den Winkel, in dem die Bänder und meistens auch Dach-Abbruchkanten im Ith einfallen, mit denen des Kansteins vergleicht. Man findet eine genau entgegengesetzte Neigung der Schichten.

ImageAbbildung links: Ableitung des heutigen Reliefs von den Gesteinsschichten im Untergrund.

Die besonders im Selter, aber auch auf dem Ith, z.B. am Kamel, zu bewundernden und erkletternden überhängenden Wandpartien entstehen ebenfalls aus der unterschiedlichen Verwitterungsresistenz der Gesteine. Der Kalkstein der Kämme wird von einer weniger kompakten Gesteinsfolge unterlagert. Diese verwittert schneller, was dazu führt, dass dem Kammkalk quasi "der Boden unter den Füssen weggezogen wird". Da in der geologischen Welt alles etwas langsamer läuft, bricht der Kammkalk, da ihm ja nun das tragende Fundament fehlt nicht sofort nach, sondern erst nach und nach. Davon zeugen auch die zahlreichen "kleineren", immer noch Autobus großen Blöcke, die man häufig hangabwärts finden kann, aber auch die heute noch bestehenden Überhänge und Dächer im Weser-Leine-Bergland.

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